Ja - auch am Heiligen Abend bin ich im Kino - bei der "Heiligen Previewnacht" im Filmtheater am Friedrichshain. Gezeigt werden verschieden Film - welcher erfährt man erst direkt am Kino. Als ein Überraschungsspiel. Drei Filme haben ein Freund und ich gesehen - drei Ausgelassen (aber mittlerweile auch schon gesehen).
Der erste war "Ein Sommer in New York - The Visitor": Walter - ein Witwer - hat jeden Elan verloren. Im Job ist er nur noch anwesend. Er versucht zwar das Klavierspielen zu erlernen - aber nur mit mäßigem Erfolg. Von seinem Chef wird er gezwungen, nach New York zu einer Konferenz zu gehen. So kommt er nach langer ZEit wieder in sein Apartment und muss feststellen, das dort andere leben. Es ist der Syrer Tarek mit seiner Frau Zainab aus dem Senegal. Der Schock sitzt tief. Aber es entwickelt sich eine Beziehung und Freundschaft. Walter ist begeistert von Tarek´s Trommelspiel - er erkennt darin sein Berufung und lernt es. Für Walter hat das Leben einen neuen Sinn - seine Rückkehr nach Connecticut schiebt er deswegen immer weiter heraus. Nur kommt dann das unvermeidliche Drama: Tarek und Zainab sind illegal in den USA. Tarek wird wegen einer Kleinigkeit verhaftet und kommt in Abschiebehaft. Walter fühlt sich verantwortlich und will ihm helfen. Eine weitere Figur ist dan schließlich Tarek´s Mutter. Zwischen ihr und Walter entwickelt sich eine Liebsbeziehung. Nur ist es keine HappyEnd: Tarek wird abgeschoben, seine Mutter reist ihm nach, Walter ist wieder allein.
Der Film ist auch eine Anklage gegen die Gesellschaft der USA und vor allem gegen die Abschiebepraxis - Abschiebegefängnisse sind privatisiert, Insassen werden plötzlich und unerwartet irgendwohin verlegt - die Angehörigen haben dann Mühe, sie wiederzufinden. In tollen ruhigen Bildern wird diese kleine Geschichte erzählt und getragen durch Richard Jenkins als Walter, Haaz Sleiman als Tarek (der schon durch sein Lächeln wirklich alle bezaubert) und Hiam Abbass als Mutter. Sie hat übrigens auch schon in "Lemon Tree" überzeugt (die Geschichte eine palästinensichen Frau, die um ihr Zitronbenbäume kämpft). Wirklich bewegend und toll.
Mittwoch, 3. Februar 2010
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